Physiotherapie & Prävention Andreas Lange

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Stangerbad

Das Stangerbad wird auch als hydroelektrisches Voll- oder Dreiviertelbad bezeichnet. Es wird als Wannenbad mit der gleichzeitigen Anwendung eines Gleichstromes in einer speziellen Therapiewanne ausgeführt - durch gerbstoffhaltige und andere arzneiliche Zusätze (Salze) entsteht eine bessere Leitfähigkeit des elektrischen Stromes
- 500-600 Liter Wasser in der Wanne Je nach Schaltung kann eine Ganz- oder Teildurchströmung jedes Körperteils mit galvanischen oder faradischen Strom durchgeführt werden.
Die Dosierung des verabreichten Stromes erfolgt über einen Stromstärkeregler. Die jeweilige Schaltung richtet sich nach der ärztlichen Verordnung (Zahl der Anwendungen, Art des Bades und der Zusätze, Stromart, Strömungsrichtung und -dauer, Stromstärke und Wassertemperatur). Wichtig: Am Anfang langsam mit der Stromstärke einschleichen und am Ende langsam wieder ausschleichen. Erst wenn der Strom aus ist, den Patienten aussteigen lassen, da sonst ein Stromschlag droht. Wirkung des Wassers:
a) thermische Wirkung
b) Auftrieb
c) hydrostatischer Druck
d) chemische Wirkung der Zusätze Wirkung des Stromes:
a) gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd
b) schmerzlindernd
c) tonusregulierend
d) iontophoretische Wirkung Stromstärke durchschnittlich 300-500 mA
Maximalwerte 1000-1200 mA
Man rechnet, dass etwa nur ein Drittel der angezeigten Stromstärke durch den Körper fließt. Durch Zugabe von Stangerbadzusätzen kann die Leitfähigkeit erhöht werden. Wassertemperatur: 35-38° Celsius
teilweise auch 32-36° bei späterer Anwendung Indikationen:

  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
    - degenerative Veränderungen der Gelenke
    - Muskelrheumatismus
  • Erkrankungen des Nervensystems
    - Neuralgien (z. B. Ischias), Neuritiden
    - Reizungen von Nervengeflechten
    - Paresen (schlaffe Lähmungen)
  • arterielle periphere Durchblutungsstörungen
    - M. Sudeck, arteriosklerotische oder funktionelle Gefäßerkrankungen, Blausucht (Akrocyanose)
    - Obstipation atonisch (schlaffe Form)
    - posttraumatische Zustände
    - Wechseljahrsbeschwerden

Kontraindikationen:
fieberhafte Zustände, entzündliche Hauterkrankungen, Metallteile im Körper (Splitter) Stromstärke
akute Zustände: niedrige Dosis=sensibel unterschwellig bis sensibel schwellig (wenig Kribbeln bis spürbares Kribbelgefühl)
chronische Zustände: höhere Dosis=sensibel überschwellig (deutliches Kribbeln bis Toleranzgrenze)
spastische Zustände: niedrigste Dosis=sensibel unterschwellig und nur absteigende Richtung
periphere schlaffe Lähmung: höchstverträgliche Dosis=Toleranzgrenze und nur aufsteigende Richtung Badedauer bis zu 20 Minuten, Nachruhe erforderlich Im Gegensatz zum Stangerbad wird das Vierzellenbad, ebenfalls ein Strombad im Sitzen durchgeführt. Dabei liegen Arme und Beine einzeln in kleinen Therapiebehältnissen mit Wasser, wo ebenfalls Strom angewendet wird. Es kann eine Längsdurchflutung von Armen zu den Beinen oder eine Querdurchflutung von einer zur anderen Seite durchgeführt werden. Die Wirkung sind ähnlich der des Stangerbades.